Liebe Interessenten,

depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden etwa 121 Millionen Menschen darunter. Einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten einer depressiven Störung ist das Vorliegen einer depressiven Störung eines Elternteils. Kinder und Jugendliche, bei denen ein Elternteil an einer depressiven Störung erkrankt ist, weisen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko auf, selbst an einer depressiven Störung zu erkranken.
Obwohl ein Teil des Risikos biologisch (z.B. genetisch) und deshalb nicht so einfach zu verändern ist, wird das Risiko auch durch Umgebungseinflüsse bedingt und kann verändert werden.

Im Rahmen der PRODO Studie soll ein familienbasiertes Präventionsprogramm zur Reduktion des Erkrankungsrisikos für eine depressive Störung und zur Verbesserung von psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen evaluiert werden. Wenn die Wirksamkeit des Programms nachgewiesen werden kann, kann es langfristig Bayern- oder sogar Deutschlandweit eingesetzt werden.

Das Programm

Das Programm selbst ist für vier Familien gestaltet und besteht aus zwölf Sitzungen, die durchschnittlich 90 Minuten dauern. Die ersten 3 Sitzungen werden mit den Eltern und Kinder zusammen durchgeführt, anschließend finden die Sitzungen 4 - 8 getrennt statt, da die Schwerpunkte und Ziele sich für Kinder und Jugendliche von denen der Eltern unterscheiden. Die Auffrischungssitzungen 9-12 werden wieder mit allen Teilnehmern gemeinsam durchgeführt. Hauptbestandteile des Programms sind Edukation über Depression, Verbesserung der Bewältigungsstrategien des Kindes bzw. des Jugendlichen sowie Verbesserung der Erziehungsfähigkeiten des Elternteils.
Im ersten Termin werden Familien nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeordnet: Versuchs- oder Kontrollgruppe. Die Familien der Versuchsgruppe erhalten das Präventionsprogramm. Die Kontrollgruppe erhält im Zeitraum der Studie kein Programm, kann aber anschließend am Programm teilnehmen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie selbstverständlich im persönlichen Gespräch. Die Kontrollgruppe ist ganz wichtig um die Wirksamkeit des Programms einzuschätzen. Alle Teilnehmer werden sowohl vor dem Anfang des Programms, als auch direkt nach dem Ende des Programms, und drei und neun Monate nach dem Ende des Programms, Fragebögen erhalten.

Für Interessierte ist wichtig zu wissen, welche Voraussetzungen gegeben sein sollten:  
mindestens ein Elternteil muss zu Lebzeiten des Kindes
eine Depression erlebt haben
- Kinder sollten im Alter von 8 -17 Jahren sein und keine psychiatrische
Diagnose aufweisen
- Teilnehmer sollten aus dem Umkreis München kommen, um die
wöchentlichen Termine auch bestmöglich wahrnehmen zu können